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Bergtourenberichte aus dem Rosenheimer Hausbergen

Bergtour Watzmannüberschreitung

Alpiner Klassiker in den Ostalpen

Die Überschreitung des Watzmann mit seinen drei Gipfeln Hocheck, Mittel- und Südspitze wird des öfteren als ein Klassiker in den Ostalpen bezeichnet. Bergsteiger, die die Tour extrem mögen gehen sie komplett an einem Tag. Wer es wie ich etwas gemütlicher mag übernachtet am Watzmannhaus. Dies hat den Vorteil, dass man am ersten Tag ohne große Hektik am Nachmittag zum Alpenvereinshaus aufsteigen kann. Ein weiterer Aspekt ist, dass man die Morgenstimmung bei einem zeitigen Aufstieg bereits am Hocheck erlebt.

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Toureninfos

Region: Deutschland ⇒ Berchtesgadener AlpenWatzmannmassiv
Ziele: Watzmann
Höhenmeter: 2300
Länge: 23 Kilometer (komplett)
Wegbeschaffenheit: Fahrweg, Bergsteige, Klettersteige
Schwierigkeit: Schwierigkeit 4 von 5
Anforderung Kondition: Anforderung4 von 5 (4 von 5)
Anforderung Orientierung: Anforderung 2 von 5 (2 von 5)
Anforderung Weg: Anforderung 5 von 5 (5 von 5)
Landschaft: Anforderung 5 von 5 (5 von 5)
Frequentierung: Anforderung 4 von 5 (4 von 5)
Beste Jahreszeit: Juli bis September
Aufstieg: 6:30 Stunden
Abfahrt 8:30 Stunden
Bei dieser Tour handelt es sich um eine Mehrtagestour!
Einkehr: Mitterkaseralm, Watzmannhaus, Wimbachgrieshütte, Wimbachschloß
Karte:Bayerische Alpen - Watzmann, Deutscher Alpenverein, 1:25000
Tourismus: Nationalpark Berchtesgadener Alpen

Anfahrt

  • Mit dem Auto: von der A8 über die Ausfahrt Siegsdorf Richtung Inzell. Durch Inzell den Wegweisern Richtung Berchtesgaden folgen. Nach dem Ortskern rechts zum Parkplatz Wimbachbrücke abbiegen. (Ramsau bei Berchtesgaden - Schappbachweg)
  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Unweit des Parkplatzes halten Busse des RVO.
  • Mit dem Fahrrad: Unweit des Parkplatzes führt der Bodensee-Königssee-Radweg vorbei.

Ausgangsposition des Berichts: Parkplatz an der Wimbachbrücke zwischen Ramsau und Berchtesgaden

Tourenbericht

Wimbachbrücke - Watzmannhaus

Am Parkplatz folgen wir einem Wanderweg, der leicht steigend an Höhe gewinnt, ehe wir auf den Fahrweg zur Kühroint-Alm treffen. Diesen verlassen wir an einer Bank bereits nach wenigen Minuten nach rechts. Dieser Fahrweg ist nun um einiges steiler und enger. Rasch an Höhe gewinnend verlassen wir nach circa einer Stunde den Wald und gehen an der Stubenalm vorbei. Den Wegweisern folgend wandern wir an der Materialseilbahn und der Mitterkaseralm vorbei. Der steiniger werdende Weg schlängelt sich noch relativ breit bis zur Falzalm hinauf, ehe die letzten 300 Höhenmeter zum Watzmannhaus auf einem teils versicherten Steig bewältigt werden.

Watzmannhaus - Hocheck

Hocheck - Mittelspitze

Der ''Weg'' zum zweiten Gipfel des Tages führt vom Hocheck kurz hinab zur Notunterkunft. An dieser legen wir nun das Klettersteigset an, denn der Weg wird zunehmend ausgesetzter. Westlich des Grates steigen wir meist an Seilsicherungen 50 Meter ab, ehe es zuletzt auf einem Glatten Fels zum kleinen, aber höchsten Gipfel des Watzmanns geht.

Mittelspitze - Südspitze

Vielen Bergsteigern reicht der Aufstieg zur Mittelspitze. Die Überschreitung zur Südspitze ist technisch meiner Meinung nach nur geringfügig schwieriger, allerdings sind die Seilsicherungen um einiges spärlicher. So sind zum Beispiel Passagen, an denen man einige Meter direkt am Grat steigt, komplett ungesichert, dafür jedoch wieder Stellen, die dazu in keinem Verhältnis stehen. Nach einem längeren Abstieg in einer Rinne von der Mittelspitze geht im Zick-Zack bergab, bis man unterhalb eines gezackten Grates steht. Um diesen geht es westlich herum. Ein Gegenanstieg führt uns nun über eine Flache Erhebung am Übergang. Beim Aufstieg zur Südspitze wechselt der Klettersteig dann noch einem kurz auf die Ostseite, ehe es wieder westlich des Grates zum zweithöchsten Gipfel des Watzmannmassives geht. Dieser bietet eindeutig mehr Platz und lädt zu einer längeren Pause förmlich ein, ehe der berühmt berüchtigte Rückweg auf einen wartet.

Südspitze - Wimbachgrieshütte

Wir folgen den Markierungen Richtung Süden und steigen dabei relativ lang über ungesicherten Fels ab. Im Gipfelbereich sind noch einige Sicherungen angebracht, doch mit zunehmender Tiefe werden sie um einiges spärlicher. Mit der Zeit wird der felsige Berg immer grüner. Unterbrochen wird dies erst vom Oberen Schönfeld. Nach dem Geröllhang queren wir nach Südost und erreichen schon bald das Untere Schönfeld. Obwohl wir nun schon über 700 Höhenmeter abgestiegen sind folgen noch weitere 500 bis wir den flachen Teil des Schuttstroms erreichen. Je weiter wir uns diesem nun nähern desto üppiger wird auch wieder die Vegetation. In einer Rinne verlieren wir dabei rasch an Höhe. Nach einem kurzen Gegenanstieg auf circa 1700 Meter führt der Weg nun vermehrt durch Latschen. Steile Stellen sind dabei durch Ketten gesichert. Unten angekommen queren wir das Geröllfeld und wandern leicht bergab bis zum Naturfreundeshaus.

Wimbachgrieshütte - Wimbachbrücke

Ab dem Wimbachgrieshütte hat die Tour nun endgültig ihren alpinen Charakter verloren. Zwischen den Kulissen von Watzmann und [[Hochkalter]] folgen wir dem Wanderweg immer weiter bergab. Der breite Weg quert dabei auf circa 1100 Meter auf die Westseite des Geröllfeldes und schon bald ist das Gasthaus Wimbachloß in Augenweite. An diesem vorbei wandernd wird das Rauschen des Wimbachs nun immer lauter. Kurz vor dem Talende gehen wir noch einmal ein paar Höhenmeter hinauf, und blicken von oben in die Wimbachklamm, ehe die ersten Häuser erreicht sind. Jetzt nur noch über die Brücke und der Ausgangspunkt ist nach 23 Kilometern wieder erreicht.

Gehzeiten

Die Gehzeiten der Tour hängen stark von der eigenen Kondition und zusammenstellung ab. Wer die Tour an einem Tag geht wird bestimmt etwas länger brauchen. Wir brauchen mit allen Pausen 12:40 Std. Hier einmal die Zeiten laut Alpenvereinsführer:

  • Wimbachbrücke - Watzmannhaus: 4 Std.
  • Watzmannhaus - Hocheck: 2,5 Std.
  • Hocheck - Südspitze: 2,5 bis 3,5 Std.
  • Südspitze - Wimbachgries: 2,5 bis 3 Std.
  • Wimbachgries - Wimbachbrücke: 2,5 Std.


Karte

Bilder

		Aufstieg zum Watzmannhaus auf einem anfangs breiten Weg			Watzannfrau frühmorgens			Aufstieg zum Hocheck			Am Hocheck			Blick vom Hocheck zur Mittelspitze			An der Notunterkunft am Hocheck			Aufstieg zur Mittelspitze			Blick zur Südspitze			Blick hinab ins Wimbachtal			Abstieg von der Mittelspitze			An der Südspitze			Felsformation am Schönfeld			Mit zunehmender Tiefe wurde es wieder lebendiger			Im Wimbachgries angekommen			Wimbachgrieshütte			Rückblick ins Tal

Bücher und Co*

*Hinweis: Bei den angegeben Landkarten handelt es sich um Karten zur Region dieses Berichts. Dies bedeutet nicht, dass in der jeweiligen Karte auch sämtliche Wege des Berichts zu finden sind. Bei der angegeben Literatur handelt es sich um Bücher und Führer, die zu dieser Tour passen. Das bedeutet nicht, dass Sie in den genannten Büchern die hier vogestellte Tour 1:1 wiederfinden.

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Kommentare

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Hinweise

Achtung: Jeder, der in den Bergen unterwegs ist muss für sich selbst Verantwortung übernehmen. Für die Angaben in diesem Tourenbericht wird keine Gewähr für Richtigkeit oder Aktualität übernommen. Wenn Sie in den Bergen unterwegs sind informieren Sie sich vorher ausreichend, fragen Gebietskenner und gehen Sie niemals ohne Karte in für Sie fremdes Gelände. Die Zeit und Schwierigkeit sind persönliche subjektive Einschätzungen des Autors - diese können sich von den Ihren grundlegend unterscheiden. Höhenangaben können relativ oder absolut abgegeben sein, was zur Folge hat, dass es oft mehr als die dargestellte Höhendifferenz zu erklimmen gilt. Beachten Sie, ob sie passende Ausrüstung für Notfälle mit sich führen. Weiteres dazu im Impressum. Die Autoren von Wikiberge.de sind stets bemüht bei veränderter Lage die Berichte anzupassen. Allerdings wird nicht jede Tour jedes Jahr wiederholt. Falls Ihnen Fehler auffallen oder Sie der Meinung sind, dass die Bewertung nicht passend gewählt ist, so nehmen Sie doch Kontakt zu uns auf.

Autor dieser Tour: Michael Mertel. Der Tourenbericht stammt aus dem Jahr 2009. Die letzte Aktualisierung fand vor 8 Jahren statt.