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Bergtourenberichte aus dem Rosenheimer Hausbergen

Bergtour Tauernkogel und Hochgasser über die St. Pöltener Hütte

Ruhige Zweitagesrunde zwischen Glockner und Venediger

Die Berge rund um den Felbertauern führen ein Schattendasein zwischen den bekannten Glockner- und Venedigermassiven. Durch die geringere Bekanntheit und das Verfehlen der 3000er Marke zieht dieser Teil der Granatspitzgruppe weniger Gipfelstürmer an. Einzig an der St. Pöltener trifft am Hüttentrecker, die vom Venediger Richtung Rudolfshütte einen Zwischenstopp einlegen. Die Gipfel rund herum versprechen dafür selbst an überlaufenen Sommerwochenenden Einsamkeit und Ruhe. Der folgende Tourenbericht handelt von einer zweitägigen Tour rund um die St. Pöltener Hütte. Nach dem Hüttenzustieg werden Tauernkogel und Hochgasser bestiegen. Der Rückweg erfolgt als Rundtour über das Hörnl zurück zum Hintersee im Felbertal.

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Toureninfos

Region: Österreich ⇒ Hohe TauernGranatspitzgruppe
Ziele: Tauernkogel (Venedigergruppe), Hochgasser, Hörndl
Höhenmeter: 2780
Länge: 22 Kilometer (komplett)
Wegbeschaffenheit: Wanderwege, Bergsteige, wegloses Geröll
Schwierigkeit: Schwierigkeit 4 von 5
Anforderung Kondition: Anforderung3 von 5 (3 von 5)
Anforderung Orientierung: Anforderung 3 von 5 (3 von 5)
Anforderung Weg: Anforderung 4 von 5 (4 von 5)
Landschaft: Anforderung 3 von 5 (3 von 5)
Frequentierung: Anforderung 2 von 5 (2 von 5)
Beste Jahreszeit: Hochsommer
Aufstieg: 13:30 Stunden
Bei dieser Tour handelt es sich um eine Mehrtagestour!
Einkehr: St. Pöltener Hütte
Karte:Alpenvereinskarte Granatspitzgruppe, Deutscher Alpenverein, 1:25.000
Tourismus: Nationalpark Hohe Tauern

Anfahrt

Ort der Anfahrt: Felbertal Hintersee. Keine weiteren Details dazu zurzeit verfügbar. In der Karte beginnt der Track am Ausgangspunkt. Dort erhältst du ggf. weitere Informationen.

Ausgangsposition des Berichts: Parkplatz nahe des Hintersees im Felbertal

Tourenbericht

Vom Parkplatz unweit des Hintersees wählt man am Nationalpark-Informationszentrum den Weg rechts zum Hintersee. Links um diesen herum führt der Weg zunächst flach taleinwärts. Nach gut 20 Minuten wechselt der Pfad endgültig auf die Ostseite des Baches und kurz darauf beginnt der steile Steig Richtung Hochspannungsleitung. Im späteren Verlauf ist dieser Steig durch Drahtseile etwas entschärft. Nach etwa 20 Minuten wird es wieder zunehmend flacher. Bald kommt von links der längere einfachere Normalweg hinzu. Über gestuftes Gelände führt der Weg östlich um den Plattsee ehe es die letzten knapp 300 Höhenmeter zur Hütte geht.

Der Weiterweg auf den Tauernkogel führt südlich um die Hütte. Über steiniges Gelände führt ein Pfad unter dem Tauernkopf nach Westen. Das in vielen Führern beschriebene Firnfeld wird erreicht für welches Steigeisen oder je nach Routenwahl wenigstens Gröteln eine erhebliche Erleichterung bieten. Um möglichst wenig Zeit auf dem Firnfeld aufzusteigen querten wir relativ weit unten und mussten so nur knapp 10 Meter passieren (Alternative Spuren führten direkt über das Firnfeld). Der Weiterweg zur gut 2.700 Meter hohen Ostscharte erfolgte dann westlich des Schneefeldes, wobei hier viel loses Geröll nicht zum Verweilen einlud. Der Steinschlaghelm war in unserem Fall somit nicht nur als Sonnenschutz dabei. Ab der Scharte erfolgt der Aufstieg meist direkt oder unweit der Gratkante auf logischer Linie, sodass zusammen mit den zahlreichen Markierungen ein Versteigen fast unmöglich ist. Am Gipfel nach 1,5 Stunden (ab der Hütte) angekommen bietet sich dann eine umfassende Aussicht auf die Hohen Tauern mit all den bekannten (überlaufenen) Gipfeln. Der Abstieg zur Hütte erfolgt auf bekanntem Weg.

Als zweiter Gipfel wird der Hochgasser bestiegen. Dazu steigt man in die Senke unterhalb der Alpenvereinshütte ab um gleich gegenüber wieder auf den Rücken aufzusteigen. Ein Plateau ist bald erreicht, vom welchem nach Osten noch einmal 50 Höhenmeter teils Drahtseil gesichert abgestiegen werden. In der Senke folgen wir dem Bergrücken weiter nach Osten. Zunächst noch auf gut sichtbarem Pfad wird der Weg zunehmend steiniger, später auch gerölliger. Auf einzelnen Spuren, aber mit deutlichen Markierungen steigen wir so die letzten 200 Höhenmeter zum Gipfelkreuz.

Als letzter Gipfel wartet das Hörndl auf uns. Theoretisch kann man immer am Grat bleibend direkt nach Norden den Berg erreichen. Hierzu sind laut AV-Führer Kletterfähigkeiten im II-Schwierigkeitsgrad notwendig. Da die Tour als Zweitägige Tour ausgelegt ist haben wir genug Zeit um wieder bis auf 2.500 abzusteigen um ab dort über den Normalweg aufzusteigen. Der Rückweg vom Hochgasser folgt dem Aufstiegsweg bis zum deutlichen Gegenanstieg mit Drahtseil. Hier führt ein markierter Pfad nach Norden Richtung Obersee. Auf einer Höhe von 2.400 Metern ist der tiefste Punkt erreicht. Von dort führen Pfadspuren ausreichend markiert in einem Linksbogen bergauf. Zunächst über Wiesen wird das Gelände zunehmend steiniger. Die Route führt zuletzt auf den Kamm vom Hochgasser kommend. Nach einem kurzen Abstieg von etwa 30 Höhenmetern ist der Gipfelaufbau erreicht. Kurz führen die Markierungen nach links, ehe es fast senkrecht zum Gipfel bergauf geht. Die letzten 50 Höhenmeter sind dabei schöne Blockgratkletterei.

Als Abschluss dieser Tour erfolgt der direkte Abstieg vom Hörndl zum Hintersee über die Nordseite. Von den etwa 1500 Höhenmetern sind die ersten 400 zeitintensiv, da hier nur Markierungen im Geröll vorhanden sind. Einen Weg sucht man vergeblich. Teilweise mit angenehmer Kraxelei, teilweise über viele los Steine (nicht nur unter einem) führt der Abstieg erst auf ein Plateau am Fürleg vorbei, dann durch eine deutliche Stufe mit Seilsicherungen (I-II) und weiter durch einen Geröllkessel hinab ins Wiesengelände auf gut 2500 Meter. Entlang der Abbruchkante des Hangs wird so ein kleiner See links umgangen und kurz darauf ein Sattel erreicht. Hier nun links (Westen) bergab gehend bleiben es zwar weiterhin nur Pfadspuren, dennoch ist dies deutlich besser gangbar als der obere Abschnitt. Auf gut 2.100 Meter verzweigen sich zwei Mal Wege, wobei wir immer der Beschilderung zum Hintersee folgen. Nach einem minimalen Gegenanstieg erfolgt der Abstieg der letzten 800 Meter so auf einem Bergpfad im Zickzack bergab.


Karte

Bilder

		Start der Tour am Hintersee im Felbertal			Entlang der Hochspannungsleitung führt der Weg zur St. Pöltener Hütte			gesicherte Passage			St. Pöltener Hütte			Auf dem Weg zum Tauernkogel			Grat des Tauernkogels			kurz vor dem Gipfelkreuz des Tauernkogels			Sonnenuntergang am Felbertauern			Frühmorgens geht es weiter zum Hochgasser			Am Grat zum Hochgasser			Tierische Aussicht			Blick zum Hörndl			Vom Hochgasser steigen wir fast bis zum Tauernsee ab um von dort noch einmal knapp 500 Höhenmeter zum Hörndl aufzusteigen			Rückblick zum Hochgasser			Der Schlussanstieg zum Hörndl			Abstieg vom Hörndl durch Geröll			Abstieg vom Hörndl durch Geröll - im Hintergrund der Kaiser			Nach diesem kleinen See ist das schlimmste des Abstiegs geschafft			Das Schild trifft es ganz gut			Aufstieg auf den Tauernkogel			Ungefährer Verlauf des Aufstiegs zum Hochasser (rechts) und Hörndl (links)

Bücher und Co*

Sonstiges

    Nichts verfügbar

*Hinweis: Bei den angegeben Landkarten handelt es sich um Karten zur Region dieses Berichts. Dies bedeutet nicht, dass in der jeweiligen Karte auch sämtliche Wege des Berichts zu finden sind. Bei der angegeben Literatur handelt es sich um Bücher und Führer, die zu dieser Tour passen. Das bedeutet nicht, dass Sie in den genannten Büchern die hier vogestellte Tour 1:1 wiederfinden.

Kommentare

Derzeit sind zu dieser Tour keine Kommentare verfügbar.

Hinweise

Achtung: Jeder, der in den Bergen unterwegs ist muss für sich selbst Verantwortung übernehmen. Für die Angaben in diesem Tourenbericht wird keine Gewähr für Richtigkeit oder Aktualität übernommen. Wenn Sie in den Bergen unterwegs sind informieren Sie sich vorher ausreichend, fragen Gebietskenner und gehen Sie niemals ohne Karte in für Sie fremdes Gelände. Die Zeit und Schwierigkeit sind persönliche subjektive Einschätzungen des Autors - diese können sich von den Ihren grundlegend unterscheiden. Höhenangaben können relativ oder absolut abgegeben sein, was zur Folge hat, dass es oft mehr als die dargestellte Höhendifferenz zu erklimmen gilt. Beachten Sie, ob sie passende Ausrüstung für Notfälle mit sich führen. Weiteres dazu im Impressum. Die Autoren von Wikiberge.de sind stets bemüht bei veränderter Lage die Berichte anzupassen. Allerdings wird nicht jede Tour jedes Jahr wiederholt. Falls Ihnen Fehler auffallen oder Sie der Meinung sind, dass die Bewertung nicht passend gewählt ist, so nehmen Sie doch Kontakt zu uns auf.

Bei der hier vorgestellten Tour handelt es sich um eine Mehrtagestour. Die ausgeführten Zeiten entsprechen der Summe aller Tage.

Autor dieser Tour: Michael Mertel. Der Tourenbericht stammt aus dem Jahr 2015. Die letzte Aktualisierung fand vor 2 Jahren statt.