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Bergtourenberichte aus dem Rosenheimer Hausbergen

Pidinger Klettersteig

Ausgesetzter Klettersteig auf den Hochstaufen

Der Pidinger Klettersteig ist ein Klettersteig durch die Nordwand des Hochstaufens aus dessen Gipfel. Er zählt sicherlich zu den längsten und schwersten Klettersteigen zwischen Loisach und Salzach. Kondition ist hier gefragt, denn ohne Armkraft und Ausdauer werden die 1.300 Höhenmeter die man mit Zustieg zurück legt doch lang.

Wenn man dann jedoch am Gipfelkreuz des Hochstaufens steht, oder auf der Terrasse sitzt genießt man nach Tiefblicken aufs Alpenvorland beim Aufstieg nun den Blick auf das Gipfelmehr der Berchtesgadener Alpen.

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Toureninfos

Region: Deutschland ⇒ Chiemgauer AlpenStaufengruppe
Ziele: Hochstaufen
Höhenmeter: 780
Länge: 1 Kilometer (einfach)
Einstufung: D
Art des Klettersteigs: Mix aus Alpinem Stei
Anforderung Kondition: Anforderung4 von 5 (4 von 5)
Anforderung Kraft: Anforderung 5 von 5 (5 von 5)
Anforderung Technik: Anforderung 3 von 5 (3 von 5)
Anforderung Psyche: Anforderung3 von 5 (3 von 5)
Anforderung Erfahrung: Anforderung 3 von 5 (3 von 5)
Landschaft: Anforderung 5 von 5 (5 von 5)
Frequentierung: Anforderung 2 von 5 (2 von 5)
Markierung/Bezeichnung: Nicht nötig
Aufstieg: 3:00 Stunden
Abfahrt 2:00 Stunden
Schlüsselstelle: Zwischen den zwei Notausstiege
Notausstieg: 2 Stück
benötigte Ausrüstung: Volles Klettersteigset incl. H
Einkehr: Reichenhaller Haus
Karte:Bayerische Alpen - Chiemgauer Alpen Ost, Deutscher Alpenverein, 1:25.000
Tourismus: Piding

Anfahrt

  • Mit dem Auto: auf der A8 bis zur Autobahnausfahrt Piding/Bad Reichenhall. Von dort zurück Richtung Anger. Nach Urwies zweigt bei einem Waldstück links ein Schotterweg ab, dem wir bis zu Parkplatz folgen.

Ausgangsposition des Berichts: Einstieg zum Klettersteig auf circa 1020 Metern.

Zustieg

Vom Parkplatz in Urwies den Wegweisern zum Pidinger Klettersteig immer folgen. Verlaufen ist hier fast nicht möglich. (1,5 Stunden - 540 Höhenmeter)

Tourenbericht

Am Einstieg beginnt der Steig sofort mit einer schweren Passage. Wer sich hier schon schwer tut sollte überlegen umuzudrehen, denn dieser erste Abschnitt ist der einzig typische für den Teil nach dem Notausstieg. Nach gut 10 Minuten erreicht man kurz Gehgelände, ehe es mit mitterer Schwierigkeit östlich der Rinne hinauf geht. Wir queren nun die besagte Rinne und es folgt einiges an Gehgelände, bis wir den ersten Notausstieg erreichen.

Nach diesem Notausstieg folgt der technisch schwierigste Teil dieser Tour. Das Stahlseil führt hier meist senkrecht nach oben. Während Trittbügel meist den Aufstieg erleichtern sind hier auch Stücke ohne künstliche Tritte vorzufinden. Diese geben dem Klettersteig wohl die Bewertung D. Auf einer erneuten Querung nach Osten kann man sich noch einmal erholen, ehe der letzte Notausstieg am Wegrand liegt.

Der letzte Teil wird technisch etwas leichter. Es ist jedoch zu beachten, dass hier viel Armkraft nötig ist. Vereinfacht gesagt zieht man sich in den folgenden 1:45 Stunden wohl mehr als die Hälfte hoch oder nutz zumindest Armkraft intensiv. Das Stück bis zum kleinen Zwischenstück hatte ich dabei als das schönste in Erinnerung. Meist Anspruchsvoll, aber keine Quälerei bei schönem trockneten Fels in der Morgensonne. An dieses Stück schließt sich ein Abstieg an, der im Übersichtsbild gut zu erkennen ist.

Eine Bank lädt nochmals zur Rast ein, ehe es nun an das letzte Drittel des Steiges geht. Hier bewegt man sich meist im Bereich C, die nur von kurzen leichtren B-Passagen unterbrochen werden. Auf halber Höhe zwischen Bank und Wandbuch wartet nochmals eine schwere Stelle (wirkt wie ein halber Kamin). Wer sich ins Wandbuch eingetragen hat kann schon fast durchatmen, denn nach einem letzten Aufschwung über Eisentritte erreichen wir Gehgelände und kurz darauf den Gipfel des Hochstaufens

Der Abstieg über den Klettersteig ist Verboten!

siehe auch:

Anmerkungen

Die (Kletter)Technik in diesem Klettersteig macht ihn meiner Meinung nach nicht sonderlich schwer. Auch in den schwierigen Stellen reicht es meist sich am Seil hochzuziehen. Mit anderen Worten: Armkraft, Armkraft und nochmals Armkraft. Nicht zu unterschätzen sind die 1.300 Höhenmeter wovon sich 60% im Klettersteig befinden (Auch wenn davon vielleicht nur 45% Klettersteig sind.


Karte

Bilder

		Der Zustieg ist stets klar beschildert			zuletzt geht es über losen Schotter zum Klettersteig			Einstieg an der Wand			typische B-Passage			Gehgelände			Hier kann man sich wirklich nicht verlaufen			1. Notausstieg - es folgt der technisch schwerste Teil			Trittbügel			Blick nach unten			zweiter Notausstieg			Querung mit Blick nach Piding			Stahlseil			Passage nach dem Wandbuch			Kurz unter dem Gipfel endet der Klettersteig			Verlauf des Klettersteigs

Bücher und Co*

Bergführer

    Keine Bergführer verfügbar

*Hinweis: Bei den angegeben Landkarten handelt es sich um Karten zur Region dieses Berichts. Dies bedeutet nicht, dass in der jeweiligen Karte auch sämtliche Wege des Berichts zu finden sind. Bei der angegeben Literatur handelt es sich um Bücher und Führer, die zu dieser Tour passen. Das bedeutet nicht, dass Sie in den genannten Büchern die hier vogestellte Tour 1:1 wiederfinden.

Touren in der Umgebung

Kommentare

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Hinweise

Wer in den Bergen unterwegs ist sollte folgende Ausrüstung bei einfachen Bergtouren mit sich führen: Bergschuhe (keine Turn- oder Halbschuhe), Richtige Kleidung (Funktionale Jacke mit Regenschutz sowie atmungsaktive Wäsche), Sonnenschutz (für Kopf, Sonnencreme, Sonnenbrille), ausreichend zu Trinken und eine Brotzeit (dabei auf sinnvolles Essen achten!), eine Karte, sowie ein Gebietsführer und ein Erste-Hilfe-Set. Bei Mehrtages - oder längeren Touren kommen weitere Dinge dazu! Wer Klettersteige geht sollte grundsätzlich sehr trittsicher und absolut schwindelfrei sein. Jeder muss dabei selbst entscheiden welchen Schwierigkeitsgrad und welche Art von Klettersteig er geht. Zur Vorbereitung für eine Klettersteigbegehung sollte man auf jeden Fall Literatur (z.B. Hülsers Klettersteigatlas) lesen.

Die Einschätzung dieses Klettersteigs ist rein subjektiv und hängt von vielen Faktoren ab. Des weiteren ist auf Stein- und Blitzschlaggefahr zu achten. Genausowenig darf man Sicherungen und Seilen blind vertrauen.

Bei einer Begehung sind folgende Dinge mindestens mitzunehmen: Klettersteighelm (kein Fahrradhelm), Kombiklettergurt mit Fangstoßdämpfer und 2 Karabinern sowie Lederhandschuhe. Diese Dinge sollten schon am Anfang angelegt werden und nicht erst mitten drin an der ersten heiklen Stelle.

Achtung: Jeder, der in den Bergen unterwegs ist muss für sich selbst Verantwortung übernehmen. Für die Angaben in diesem Tourenbericht wird keine Gewähr für Richtigkeit oder Aktualität übernommen. Wenn Sie in den Bergen unterwegs sind informieren Sie sich vorher ausreichend, fragen Gebietskenner und gehen Sie niemals ohne Karte in für Sie fremdes Gelände. Die Zeit und Schwierigkeit sind persönliche subjektive Einschätzungen des Autors - diese können sich von den Ihren grundlegend unterscheiden. Höhenangaben können relativ oder absolut abgegeben sein, was zur Folge hat, dass es oft mehr als die dargestellte Höhendifferenz zu erklimmen gilt. Beachten Sie, ob sie passende Ausrüstung für Notfälle mit sich führen. Weiters dazu im Impressum.

Autor dieser Tour: Michael Mertel. Der Tourenbericht stammt aus dem Jahr 2011. Die letzte Aktualisierung fand vor 6 Jahren statt.