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Bergtourenberichte aus dem Rosenheimer Hausbergen

Bergtour Olperer über den Riepengrat (Olpererüberschreitung)

Überschreitung mit der Olpererhütte als Stützpunkt

Der Olperer war schon ein Bergtourenziel, bevor ich überhaupt an Hochtouren dachte. Zu schön und zu markant steht er über dem Tuxer Ferner und leuchtet an klaren Tagen bis in die Voralpen und dient neben Großglockner und Großvendiger als einer der bekanntesten Gipfel im Alpenhauptkamm zur einfachen Orientierung. Grund genug ihn einmal zu besteigen.
Dies geschah nun mit einer Überschreitung über die Olpererhütte. Der Aufstieg erfolgt dabei über den Riepengrat. Von dort erfolgte der Abstieg über Nordgrat zur Wildlahnerscharte. Über den Tuxer Ferner ging es anschließend zurück Aufstiegsweg.

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Toureninfos

Region: Österreich ⇒ Zillertaler AlpenTuxer Kamm
Ziele: Olperer
Höhenmeter: 1700
Länge: 11.8 Kilometer (komplett)
Wegbeschaffenheit: Wanderwege, weglose Bergsteige, Klettern bis III-/A0
Schwierigkeit: Schwierigkeit 4 von 5
Anforderung Kondition: Anforderung4 von 5 (4 von 5)
Anforderung Orientierung: Anforderung 4 von 5 (4 von 5)
Anforderung Weg: Anforderung 4 von 5 (4 von 5)
Landschaft: Anforderung 5 von 5 (5 von 5)
Frequentierung: Anforderung 3 von 5 (3 von 5)
Beste Jahreszeit: Hochsommer bzw. wenn der Grat Eisfrei ist
Aufstieg: 5:00 Stunden
Abfahrt 5:30 Stunden
Bei dieser Tour handelt es sich um eine Mehrtagestour!
Bei dieser Tour handelt es sich um eine Hochtour!
Einkehr: Olpererhütte
Karte:Alpenvereinskarte Zillertaler Alpen West, Deutscher Alpenverein, 1:25.000
Tourismus: Naturpark Zillertaler Alpen

Anfahrt

  • Mit dem Auto: Über die Inntalautobahn nach Mayrhofen. Am Talende den Wegweisern Richtung Schlegeisspeicher folgen (Mautstraße).
  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: mit dem Zug nach Jenbach. Von dort mit der Schmalspurbahn weiter nach Mayrhofen und ab dort mit dem Bus zum Schlegeisspeicher.
  • Mit dem Fahrrad: Durch das Zillertal auf dem Radweg. Ab Mayrhofen existiert meist ein seperater Fahrweg für Mountainbiker zum Schlegeisgrund

Ausgangsposition des Berichts: Parplatz am Ende des Speichersees

Tourenbericht

Der Zustieg zur Olpererhütte erfolgt vom Schlegeisspeichersee. Dazu steigt man über den Wanderweg kurz vor dem Ende der Straße nach Norden in den Wald. Diesen verlässt man durch die Waldgrenze jedoch schon bald. Über unzählige Kehren geht es zunächst noch durch Latschen, ehe sich das Gelände weiter oben etwas öffnet. Nach der Bank "Olpererhüttenblick" quert man schon bald einen Bach. Nun führt der Weg weiter angenehm über Steinplatten zur Alpenvereinshütte hinauf.

Am nächsten Morgen folgen wir zunächst dem Weg Richtung Riepenkopf. Dabei steigen wir noch anfangs auf einem deutlichen Wanderweg auf einer Wiese hinauf, doch spätestens wenn die letzten Ziegen unter uns weiden befinden wir uns in einer Landschaft, die nur noch aus Fels und Steinblöcken besteht. Nachdem der Bergsteig zum Riepensattel abzweigt bleiben wir noch auf dem Weg, ehe wir rechts auf den Grat zum Schneegupf aufsteigen. An Steinmännchen orientieren wir uns den Berg hinauf und folgen mehr oder weniger dem Grat. Der Schneegupf wird je nach Schneeauflage mit oder ohne Steigeisen gequert. Wir queren den kleinen Gletscher und steigen an dessem Nordrand mit Abstand zur Wechte hinauf, bis der Riepengrat beginnt.

Über die ersten steilen Aufschwünge helfen neue Drahtseilversicherungen ein wenig bergauf. Meist bewegt man sich am Grat jedoch nur im I-IIer-Kletterbereich. An einigen Stellen bieten zudem Steigbügel eine Aufstiegshilfe an. Wer sich unsicher ist kann die neuen Sicherungsketten nutzen. Meist bietet der Fels jedoch gute Handgriffe, wodurch dies bei entsprechender Klettererfahrung einen Unnötigen Aufwand darstellt. Kurz vor dem Gipfel wartet dann noch die ehemalige Schlüsselstelle: ein Felsblock, über den man klettern musste. Dieser kann inzwischen jedoch rechts umgangen werden und so steht dem Gipfel nichts mehr im Wege.

Als Abstieg wählten wir die Variante über den Nordgrat. Dazu steigt man zunächst auf ähnlichem Niveau wie dem Riepengrat Richtung Wildlahnerscharte ab. Im Unterschied zu diesem ist die Abstiegsvariante jedoch deutlich speckiger und führt über mehrere Platten, was auch eine vermehrte Anzahl von Trittbügeln erklärt. Spätestens am kleinen Überhang nach circa der Hälfte des Grates bewährt sich Selbstsicherung oder Abseilen. Nach diesem geht es nun weiter ähnlich bergab, ehe der Grat nach Westen verlassen wird und man den Wildlahnerferner betritt.

Über den circa 35° steilen Gletscher erreicht man in kürze das Skigebiet Hintertuxer Gletscher. Je nach Schnee- und Spalten-Verhältnissen ist gesichtertes Absteigen von Vorteil. Im Skigebiet selbst geht es am Pistenrand Richtung Riepenscharte bergab und von dieser über das Riepenkees Richtung Talstation des Sessellifts hinab. Spuren folgend erreicht man so nach einer weiteren halben Stunde ab dem Gletscherende den Aufstiegsweg. Auf diesem steigt man nun über die Olpererhütte auf gewohntem Weg bergab zum Schlegeisspeicher.


Karte

Bilder

		Hüttenzustieg			Hüttenzustieg im oberen Teil			Morgenstimmung an der Olpererhütte			Wegloser Aufstieg			Aufstieg zum Schnegupf über Steinblöcke			Schneegupf			Neue Drahtseilsicherungen			Rückblick auf den Riepengrat			Sicherungsmöglichkeit am Riepengrat			Der große Block kurz vor dem Gipfel kann rechts herum umgangen werden			Gipfelkreuz			Abstieg über den Nordgrat			typisches Bild für den Nordgrat			kurze überhängende Stelle			Gesichertes Absteigen über den blanken und spaltenreichen Wildlahnerferner			Riepenkees			Schlegeisspeicher und Möseler beim Abstieg			Ungefährer Tourenverlauf

Bücher und Co*

Sonstiges

*Hinweis: Bei den angegeben Landkarten handelt es sich um Karten zur Region dieses Berichts. Dies bedeutet nicht, dass in der jeweiligen Karte auch sämtliche Wege des Berichts zu finden sind. Bei der angegeben Literatur handelt es sich um Bücher und Führer, die zu dieser Tour passen. Das bedeutet nicht, dass Sie in den genannten Büchern die hier vogestellte Tour 1:1 wiederfinden.

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Kommentare

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Hinweise

Achtung: Jeder, der in den Bergen unterwegs ist muss für sich selbst Verantwortung übernehmen. Für die Angaben in diesem Tourenbericht wird keine Gewähr für Richtigkeit oder Aktualität übernommen. Wenn Sie in den Bergen unterwegs sind informieren Sie sich vorher ausreichend, fragen Gebietskenner und gehen Sie niemals ohne Karte in für Sie fremdes Gelände. Die Zeit und Schwierigkeit sind persönliche subjektive Einschätzungen des Autors - diese können sich von den Ihren grundlegend unterscheiden. Höhenangaben können relativ oder absolut abgegeben sein, was zur Folge hat, dass es oft mehr als die dargestellte Höhendifferenz zu erklimmen gilt. Beachten Sie, ob sie passende Ausrüstung für Notfälle mit sich führen. Weiteres dazu im Impressum. Die Autoren von Wikiberge.de sind stets bemüht bei veränderter Lage die Berichte anzupassen. Allerdings wird nicht jede Tour jedes Jahr wiederholt. Falls Ihnen Fehler auffallen oder Sie der Meinung sind, dass die Bewertung nicht passend gewählt ist, so nehmen Sie doch Kontakt zu uns auf.

Bei der hier vorgestellten Tour handelt es sich um eine Hochtour. Es ist zusätzliche Alpine Erfahrung, wie Gletscherspaltenbergung, nötig.

Bei der hier vorgestellten Tour handelt es sich um eine Mehrtagestour. Die ausgeführten Zeiten entsprechen der Summe aller Tage.

Autor dieser Tour: Michael Mertel. Der Tourenbericht stammt aus dem Jahr 2011. Die letzte Aktualisierung fand vor 6 Jahren statt.