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Bergtourenberichte aus dem Rosenheimer Hausbergen

Bergtour Hochkalterüberschreitung über die Blaueishütte

Ruhige Überschreitung neben dem Watzmann

Das Hochkaltermassiv ist zwar nicht so bekannt wie das Watzmannmassiv, aber steht dem im Puncto Überschreitung nicht nach. Während sich am Watzmann Allerlei Bergsteiger am bekannten Berg über angespeckten Fels und mit Sicherungen den Gipfel nähern, ist es am Hochkalter deutlich ruhiger. Keine künstlichen Tritte, leichte Kletterei und eine ähnlich gute Aussicht machen die Tour für Bergsteiger wohl zu einem lohnenderen Ziel, das bei einer Überschreitung über die Blaueishütte bestiegen wird. Der Abstieg erfolgt über das Ofental ins Hirschbichltal hinab, von dem aus man noch ein paar Kilometer zurück gehen muss.

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Toureninfos

Region: Deutschland ⇒ Berchtesgadener AlpenHochkaltermassiv
Ziele: Hochkalter
Höhenmeter: 1860
Länge: 18 Kilometer (komplett)
Wegbeschaffenheit: Wanderwege, Bergsteige, Klettern (II)
Schwierigkeit: Schwierigkeit 4 von 5
Anforderung Kondition: Anforderung4 von 5 (4 von 5)
Anforderung Orientierung: Anforderung 2 von 5 (2 von 5)
Anforderung Weg: Anforderung 4 von 5 (4 von 5)
Landschaft: Anforderung 4 von 5 (4 von 5)
Frequentierung: Anforderung 3 von 5 (3 von 5)
Beste Jahreszeit: Früher Herbst (Ofental im Sommer nicht zu empfehlen)
Aufstieg: 5:00 Stunden
Abfahrt 3:30 Stunden
Einkehr: Blaueishütte
Karte:Bayerische Alpen - Lattengebirge & Reiteralm, Deutscher Alpenverein, 1:25.000
Tourismus: Nationalpark Berchtesgadener Alpen

Anfahrt

  • Mit dem Auto: Auf der A8 über die Ausfahrt Siegsdorf/Traunstein Richtung Inzell. Durch den Ort fahren und weiter der Beschilderung nach Berchtesgaden folgen. Nach Überquerung der Saalach auf der Bundesstraße zur Schwarzbachwacht auffahren und kurz darauf der Beschilderung rechts Richtung Hintersee folgen. Zum Ausgangspunkt geht es um den See herum, bis der Parkplatz Seeklause in einer Linkskurve erreicht wird.
  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Bushaltestelle des RVO am Parkplatz
  • Mit dem Fahrrad: Schöne Radwege abseits der Straße gibt es fast durchgehend von Schneitzelreuth und Berchtesgaden

Ausgangsposition des Berichts: Parkplatz Seeklause am Hintersee

Tourenbericht

Am Parkplatz Seeklause folgen wir zunächst dem Forstweg bergauf, bis kurz darauf links ein Weg abzweigt. Nach wenigen Minuten erreichen wir den Aufstieg von Ramsau. Auf dem breiten Fahrweg steigen wir nun einige Zeit auf, bis links der schmälere Fahrweg Richtung Schärtenalm führt. Mit Ausblicken auf die Reiter Alm gewinnen wir rasch an Höhe, ehe es im Wald noch einmal deutlich steiler zur ersten Einkehrmöglichkeit geht.

Hinter der Schärtenalm wird es wieder deutlich flacher und geht sogar zwei mal kurz bergab, bis wir an einer Felswand über dem Blaueiskar taleinwärts wandern. Kurz vor der Materialseilbahn zweigt links ein Wanderweg ab, der unter der Felswand der Schärtenspitze in gut 20 Minuten zur Blaueishütte führt.

An dieser gehen wir vorbei, folgen dem Weg weiter taleinwärts noch gut 100 Höhenmeter Richtung Blaueisgletscher, ehe eine deutliche Markierung rechts zum Schönen Fleck hinauf führt. Meist über Geröll gewinnen wir dabei an Höhe. Der Weg ist hier alle paar Meter mit Weiß-Roten Punkten markiert, sodass mit ein wenig Orientierungssinn keine Probleme bestehen dürften. Wenige Meter unterhalb des schönen Flecks folgt nun die erste Kletterstelle (I+): eine gut 30 Meter hohe Wand, die an entsprechenden Stellen so speckig ist, dass die Griffe stets klar sind. Hat man diese Passage gemeistert besteht die Möglichkeit noch den Steinberg (rechts) zu besteigen.

Wir gehen jedoch links nach Süden. Auf der Westseite des Rotpalfen (Wasserwandkopf) gehen wir vorbei, und erreichen nach circa einer halben Stunde auf dem Grat die zweite Kletterstelle, die etwas schwieriger (I-II) ist, als die voran gegangene. Hier sind noch ein paar alte Haken in der Wand (Wer sich hier sicheren muss ist bei dieser Tour vielleicht doch etwas fehl platziert). Hat man auch diese Stelle gemeistert nimmt der Kleinkalter den Fokus auf sich, auf den wir nun zugehen. Dabei folgt der Bergsteig stets dem Grat oder etwas westlich darunter. Vom Hochkalter steigen wir noch einmal kurz hinab, gehen kurz flach hinüber und steigen mit minimalen Gegenanstiegen dem Gipfelkreuz des Hochkalters entgegen.

Für den Abstieg wählen wir die Variante über das Ofental. Dazu gehen wir am Gipfel direkt nach Süden in der Rinne hinab. Der Steig führt hier oft über loses brüchiges Gestein, was übermäßige Vorsicht an vielen Stellen verlangt. Schon bald quert der Weg nach Süden (links) aus der Rinne heraus, und zieht sich über mehrere Bänder in die Ofentalscharte. Von dieser geht es weiter bergab, und in Serpentinen steil hinab, ehe es auf gut 2300 Metern deutlich flacher wird. Über Geröll besteht hier die Möglichkeit teilweise abzufahren. Das Ofental wird nun immer flacher, ehe die große Stufe an der Vegetationsgrenze erreicht wird.

Hier wird der Weg nun wieder deutlicher und führt zunächst zwischen Wiesenflecken hinab. Je weiter wir uns dem Tal nähern, desto mehr Latschen und Bäume säumen den Weg. In fast unendlich vielen Kehren steigen wir nun bergab, bis nach 2 Stunden abstieg nahe der Ofentaldiensthütte ein Schild endlich mal wieder das Gefühl gibt, auf dem richtigen Weg zu sein. Mit zunehmender Tiefe wird der Weg auch immer breiter. Nach circa 3 Stunden ist der Talboden erreicht.

An den Klause nehmen wir den breiten Wanderweg nach rechts und gehen nun zum Hintersee. Wir gehen am Parkplatz vorbei, folgen der Straße und kurz vor dem Hintersee gehen wir rechts, bis der Parkplatz Seeklause wieder erreicht ist.


Karte

Bilder

		Zunächst steigt man auf einem Fahrweg auf			Treppenstufen zur Blaueishütte			Blaueiskar von der Blauseishütte gesehen			Aufstieg Richtung Schönem Fleck			Erste Kletterstelle			Vom Schönen Fleck geht es Richtung Rotpalfen			Schlüsselstelle: Diese senkrechte Wand			Bergsteig unterhalb des Rotpalfen-Gipfels			Hochkalter Gipfelkreuz			Abstieg über das Ofental - am Anfang über losen Schotter			Im Ofental			Rückblick auf das Ofental			Endlich wieder an der Baumgrenze			Hintersee

Bücher und Co*

*Hinweis: Bei den angegeben Landkarten handelt es sich um Karten zur Region dieses Berichts. Dies bedeutet nicht, dass in der jeweiligen Karte auch sämtliche Wege des Berichts zu finden sind. Bei der angegeben Literatur handelt es sich um Bücher und Führer, die zu dieser Tour passen. Das bedeutet nicht, dass Sie in den genannten Büchern die hier vogestellte Tour 1:1 wiederfinden.

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Kommentare

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Hinweise

Achtung: Jeder, der in den Bergen unterwegs ist muss für sich selbst Verantwortung übernehmen. Für die Angaben in diesem Tourenbericht wird keine Gewähr für Richtigkeit oder Aktualität übernommen. Wenn Sie in den Bergen unterwegs sind informieren Sie sich vorher ausreichend, fragen Gebietskenner und gehen Sie niemals ohne Karte in für Sie fremdes Gelände. Die Zeit und Schwierigkeit sind persönliche subjektive Einschätzungen des Autors - diese können sich von den Ihren grundlegend unterscheiden. Höhenangaben können relativ oder absolut abgegeben sein, was zur Folge hat, dass es oft mehr als die dargestellte Höhendifferenz zu erklimmen gilt. Beachten Sie, ob sie passende Ausrüstung für Notfälle mit sich führen. Weiteres dazu im Impressum. Die Autoren von Wikiberge.de sind stets bemüht bei veränderter Lage die Berichte anzupassen. Allerdings wird nicht jede Tour jedes Jahr wiederholt. Falls Ihnen Fehler auffallen oder Sie der Meinung sind, dass die Bewertung nicht passend gewählt ist, so nehmen Sie doch Kontakt zu uns auf.

Autor dieser Tour: Michael Mertel. Der Tourenbericht stammt aus dem Jahr 2011. Die letzte Aktualisierung fand vor 6 Jahren statt.