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Bergtourenberichte aus dem Rosenheimer Hausbergen

Bergtour Brauneck Benediktenwand Überschreitung

Lange Aussichtstour am Alpennordrand

Die Kammwanderung vom Brauneck zur Benediktenwand zählt zu den schönsten und bekanntesten Überschreitungen in den Bayerischen Voralpen. Über mindestens 7 eigenständige Gipfel führt diese Tour mit einem Panorama auf Voralpenland, Voralpen und Karwendel, welche diese Tour so beliebt machen. Viele Aspiranten nutzen im Sommer die Brauneckbahn, die den etwa 800 Höhenmeter umfassenden Zustieg zum Brauneck abkürzt. Dadurch ist man hier selten alleine. Wer jedoch aus dem Tal aufsteigen möchte sollte dies bei entsprechender Schneelage in die Zeit der Bahnrevision verschieben. Dann erlebt man den Brauneck Gipfel schon einmal ganz alleine.

Im folgenden Tourenbericht handelt es sich um die Überschreitung des Braunecks zur Benediktenwand. Die Tour wird um den Zustieg ab Lenggries und um den Abstieg nach Benediktbeuern erweitert, wodurch die Tour über 25 Kilometer lang wird. Durch die weit voneinander entfernten Start- und Zielpunkte empfiehlt sich deshalb eine Anreise per Zug. Höhenmeter und Länge werden von Bahnhof zu Bahnhof gerechnet.

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Toureninfos

Region: Deutschland ⇒ Bayerische VoralpenBenediktenwandgruppe
Ziele: Brauneck, Schrödelstein, Stangeneck, Vorderer Kirchstein, Latschenkopf, Achselkopf, Benediktenwand
Höhenmeter: 1770
Länge: 25 Kilometer (komplett)
Wegbeschaffenheit: Wanderwege, Bergsteige
Schwierigkeit: Schwierigkeit 4 von 5
Anforderung Kondition: Anforderung4 von 5 (4 von 5)
Anforderung Orientierung: Anforderung 2 von 5 (2 von 5)
Anforderung Weg: Anforderung 3 von 5 (3 von 5)
Landschaft: Anforderung 4 von 5 (4 von 5)
Frequentierung: Anforderung 3 von 5 (3 von 5)
Beste Jahreszeit: Während der Bahnrevision, jedoch nicht bei Schnee
Aufstieg: 5:30 Stunden
Abfahrt 3:00 Stunden
Einkehr: Brauneck Gipfelhaus, Tutzinger Hütte
Karte:Bayerische Alpen - Benediktenwand, Deutscher Alpenverein, 1:25.000
Tourismus: Lenggries

Anfahrt

  • Mit dem Auto: Über die Autobahn A8 nach Bad Tölz. Über die Südumgehung nach Lenngries fahren. Ausgangspunkt ist hier im Ort
  • Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Lenggries ist Endstation der BOB.
  • Mit dem Fahrrad: Unweit des Ausgangspunktes führt der Isarradweg vorbei

Ausgangsposition des Berichts: Bahnhof Lenggries. Alternativ ist auch die Talstation der Brauneckbahn möglich.

Tourenbericht

Wir starten am Bahnhof Lenggries und folgen kurz der Hauptstraße nach Süden. Über die Isarbrücke geht es auf der anderen Seite kurz entlang der Straße in die Jachenau ehe rechts eine Straße den Weiterweg zur Brauneckbahn zeigt. An den letzten Häusern vorbei gewinnt man die ersten Höhenmeter ehe es über Wiesen zur Talstation der Bergbahn geht. (Wer erst hier startet spart sich 30 Höhenmeter und zwei Kilometer).

Am Sammelsurium der Skihütten geht es mittig hindurch. Die Beschilderung zum Brauneck ist hier mit 1,5 - 2 Stunden ausgeschildert. Der Weg zieht sich nun wenig spektakulär mehr oder weniger entlang der Skipiste bergauf. Nach etwa 100 Höhenmetern geht es kurz links an der Reiseralm vorbei, doch schon kurz darauf führt der Aufstieg wieder über den Fahrweg weiter. Vorbei an der Talstation der Garlandbahn ist der Gipfel bereits zu erkennen. Der Fahrweg führt um den relativ neuen Speichersee südlich herum. Oberhalb beginnt ein Pfad der zur stark erschlossenen Bergstation führt, von der es nur noch wenige Meter zum Brauneck und Brauneckhütte sind.

Am Brauneck beginnt nun die eigentliche Überschreitung. Der nächste Gipfel ist der Schrödelstein. Dazu folgt man dem Weg nach Westen über den Gipfelrücken. Dort, wo der Weg deutlich an Höhe verliert und einen Knick auf die Südseite des Kamms macht zweigt gerade aus ein unmarkierter Pfad durch eine Zaunlücke ab. Nach etwa 15 Höhenmeter ist der enge, kleine Gipfel erreicht. Der Abstieg erfolgt zurück zum bereits bekannten Weg. Dieser führt nun südlich des Schrödelsteins herum. Dem Weg zum Latschenkopf folgend geht es ab dem tiefsten Punkt wieder etwa 100 Höhenmeter hinauf. Hierbei handelt es sich meist um einen einfachen Bergsteig. Weiter auf dem höchsten Punkt angekommen (Stangeneck) wird dieser einfach mitgenommen, ehe es wieder leicht bergab geht. Am nächsten Sattel angekommen erhebt sich neben dem Latschenkopf links mit nur wenigen, zusätzlichen Höhenmeter der Vordere Kirchstein. Dieser kann unmarkiert aber einfach mitgenommen werden (5 Minuten, etwa 15 Höhenmeter). Zurück auf dem Weg zum Latschenkopf geht es auf ähnlichem Weg wie am Stangeneck zum höchsten Punkt samt Gipfelkreuz.

Ab dem Latschenkopf ändert sich nun der Anspruch immer mehr. Felsen dominieren nun immer mehr den Weg, wobei diese durch die häufige Frequentierung poliert und bei Nässe rutschig sind. Der Weg bleibt am Grat nach Westen und knickt nach einigen Minuten auf die Südseite ab (Wem all die Gipfel nicht reichen und noch den Hinteren Kirchstein mitnehmen will muss die Augen offen halten). Auf der Südseite geht es bis auf den tiefsten Punkt zwischen Latschenkopf und Achselköpfe. Wer lieber direkt zur Benediktenwand will kann den nächsten Gipfel auch nordseitig umgehen. Die Überschreitung führt jedoch über sämtliche der kleinen Gipfel. Wie viele kleine Gegenanstiege dies sind kann man gut auf dem letzten Galeriebild sehen.

Dem höchsten der Achselköpfe sind zwei kleinere Gipfel vorgelagert. Der erste wird bald über einen felsigen Steig erreicht. Nach kurzem bergab geht es noch einmal empor, um dann festzustellen, dass der höchste Punkt nur durch eine Senke zu erreichen ist. Folgt man dem normalen Weg umgeht man den höchsten Punkt. Dieser kann auf sichtbaren, aber doch erkennbaren Pfadspuren erreicht werden. Beim Aufstieg liegt die Abzweigung dort, wo man kurz unter dem höchsten Punkt wieder absteigt. Zwischen Latschen und später im direkt am Grat erreicht man die Markierung am höchsten Punkt nach etwa 5 Minuten. Der Abstieg nach Nordwesten ist deutlich besser freigeschitten und führt in ebenfalls etwa 5 Minuten zurück zum eigentlichen Weg. Über zwei weitere Kleine Gipfel wird dann die Senke vor dem Rotohrsattel erreicht.

Von dieser geht es kurz weiter nach Westen bergauf bis von links der Ostaufstieg von der Tutzinger Hütte auf unseren Weg trifft. Mit Stahlseilen gesichert steigen wir nun empor. Je weiter es nach oben geht desto flacher wird es wieder. Eine vorgelagerte Kuppe sowie der Ostgipfel werden überschritten ehe nach etwa 3 Stunden ab dem Brauneck der Gipfel der Benediktenwand samt Kreuz und Notbiwak erreicht ist. Von dort hat man nun Zeit das Panorama zu genießen, dass im westlichen des des Braunecks ähnelt, durch die 250 zusätzlichen Höhenmeter weitreichender ist, wobei der Alpenhauptkamm fast durchgehend vom Karwendel verdeckt ist.

Um dem Namen Überschreitung gerecht zu werden erfolgt der Abstieg nicht wie bei vielen Führern zurück zum Brauneck, sondern führt über die Tutzinger Hütte hinab nach Benediktbeuern. Dazu geht man vom Gipfel weiter nach Westen und verliert zunächst nur wenig an Höhe. Mit minimalen Gegenanstiegen wird die Glaswandscharte erreicht. Hier wechselt der Weg auf die Nordseite und nach etwa 45 Minuten ab dem Gipfel ist die Alpenvereinshütte erreicht. Der Weiterweg führt nach Norden entlang der Materialseilbahn auf einen breiten Fahrweg. Diesen kreuzen wir jedoch nur und steigen über die Wiese leicht fallend hinab bis erneut der Fahrweg erreicht wird. Diesen wieder kreuzend geht es nun am Bach entlang hinab, wobei uns ab einem kleinen Wasserfall noch einmal ein Gegenanstieg erwartet. Zunächst im Wald und später zurück auf dem Fahrweg müssen hier noch einmal etwa 100 Höhenmeter absolviert werden, ehe die letzten 400 Meter nun nach Benediktbeuern absolviert werden. Je nach Geschmack kann man hier den Fahrweg oder den reichlich beschilderten Waldweg nutzen. Immer den Schildern nach Benedikbeuern folgend wird der Wurzweg am Ortsende nach 2 Stunden ab der Tutzinger Hütte erreicht. Vom Ostende des Ortes zum Bahnhof sind es ab hier nun noch einmal etwa 2 Kilometer.


Karte

Bilder

		Start an der Brauneckbahn - entlang der Waldschneise rechts verläuft der Aufstieg zum Brauneck			Weg entlang der Skipiste im unteren Abschnitt ...			... und im oberen Abschnitt auf Höhe der Garlandbahn			Garland Wasserbecken mit Rechelberg im Hintergrund			Brauneckbahn			Brauneckhütte und Brauneckgipfel			Blick vom Brauneck auf die Isar hinab - dahinter die Tegernseer Bergen			Blick vom Brauneck Richtung Stangeneck und Latschenkopf			Latschenkopf			kurzer Abstecher zum Schrödelstein			Aufstieg zum Stangeneck			Am Stangeneck - so wie hier ist der Weg überwiegend bis hinter dem Latschenkopf			Der Hintere Kirchstein ist so nah am Weg - den muss man einfach mitnehmen			Am Latschenkopf			Blick vom Latschenkopf auf die Achselköpfe und die Benediktenwand			Am Weg zu den Achselköpfen			Blick vom höchsten der Achselköpfe auf die Benediktenwand			Der Weg führt so über ziemlich jede mögliche Anhöhe wodurch sich durch all die Gegenanstieg die Höhenmeter aufsummieren			gesicherter Aufstieg zur Benediktenwand			gleich ist der Westgipfel der Benediktenwand erreicht			Beim Abstieg dominiert der Blick auf die Walchenseeberge (hier mit Rabenkop im Vordergrund) und Ammergauer Alpen im Hintergrund			Tutzinger Hütte nördlich der Benediktenwand			Nach etwa 32 Kilometern ist der Bahnhof in Benediktbeuern erreicht			Aufstieg zum Brauneck (blau)			Verlauf der Überschreitung von Südosten gesehen.			Auf Bildern von der Nordseite erkennt man die vielen kleinen Gegenanstiege an den Achselköpfen. Über die Westseite führt der Abstieg zur Tutzinger Hütte und weiter nach Benediktbeuern.

Bücher und Co*

*Hinweis: Bei den angegeben Landkarten handelt es sich um Karten zur Region dieses Berichts. Dies bedeutet nicht, dass in der jeweiligen Karte auch sämtliche Wege des Berichts zu finden sind. Bei der angegeben Literatur handelt es sich um Bücher und Führer, die zu dieser Tour passen. Das bedeutet nicht, dass Sie in den genannten Büchern die hier vogestellte Tour 1:1 wiederfinden.

Kommentare

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Hinweise

Achtung: Jeder, der in den Bergen unterwegs ist muss für sich selbst Verantwortung übernehmen. Für die Angaben in diesem Tourenbericht wird keine Gewähr für Richtigkeit oder Aktualität übernommen. Wenn Sie in den Bergen unterwegs sind informieren Sie sich vorher ausreichend, fragen Gebietskenner und gehen Sie niemals ohne Karte in für Sie fremdes Gelände. Die Zeit und Schwierigkeit sind persönliche subjektive Einschätzungen des Autors - diese können sich von den Ihren grundlegend unterscheiden. Höhenangaben können relativ oder absolut abgegeben sein, was zur Folge hat, dass es oft mehr als die dargestellte Höhendifferenz zu erklimmen gilt. Beachten Sie, ob sie passende Ausrüstung für Notfälle mit sich führen. Weiteres dazu im Impressum. Die Autoren von Wikiberge.de sind stets bemüht bei veränderter Lage die Berichte anzupassen. Allerdings wird nicht jede Tour jedes Jahr wiederholt. Falls Ihnen Fehler auffallen oder Sie der Meinung sind, dass die Bewertung nicht passend gewählt ist, so nehmen Sie doch Kontakt zu uns auf.

Autor dieser Tour: Michael Mertel. Der Tourenbericht stammt aus dem Jahr 2014. Die letzte Aktualisierung fand vor 3 Jahren statt.