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Bergtourenberichte aus dem Rosenheimer Hausbergen

Alpenvereinsjahrbuch 2018

Berg 2018 - Alpenvereinsjahrbuch

Verlag: Tyrolia
Land: Deutschland/Österreich
Region: Ostalpen
Vor kurzem ist das jährliche Alpenvereinsjahrbuch des Deutschen, Österreichischen und Süditoler Alpenvereins erschienen. In bekannter Struktur berichtet Berg 2018 über die Entwicklungen des letzten Jahres und blickt auf die kommenden Monate.

Fokusregion im 142. Band ist der Großglockner. Wurden in den letzten Bänden ganze Gebirgsgruppen dargestellt so erscheint der subjektive Eindruck sich diesmal auf alles rund um den Tauernkönig zu konzentrieren. Zunächst ordnet Josef Essl das Gebiet relativ allgemein mit einem Bericht über die Glocknerrunde ein. Für den ortskundigen Bergsteiger deutlich unterhaltsamer und erschreckender ist das Glockner Glossar samt Ansichten. Mit einer Prise Ironie wird der Wahnsinn rund um die Bergsteigertrophäe beschrieben. Wer im tourenarmen Frühwinter seine eigenen Erlebnisse von dort reflektiert ist fast froh mit diesem Buch den Wahnsinn und das Gedrängel von dort gerade nicht zu erleben. Abgerundet wird der Gebietsschwerpunkt durch Beiträgen zu Geologie (Kristalle, Baumfunde) und die Großglockner Hochalpenstraße.

Grossglockner Die Großglockner Hochalpenstraße selbst, aber auch die Region ist im weiteren Verlauf ein Paradebeispiel im Zwiespalt zwischen naturnahen Touren sowie dem Erschließungswahn und der Erwartungshaltung immer zur Regeneration in die Berge zu starten. Dies und Gesundheit im Allgemeinen greift der Bergfokus auf. Inwieweit Bergsteigen als Heilmittel anzusehen ist muss jeder für sich selbst definieren. Thesen, die beweisen, dass Sport (und hier Bergsteigen) körperlich Gesund macht wird für den ungläubigen noch einmal fundiert dargestellt - ob der passionierte Bergsteiger diese Information benötigt sei dahingestellt Interessanter lesen sich die Auswirkungen auf die Psyche sowie die Möglichkeiten mit Kindern in der Natur. Georg Bayerle versucht mit „Berg-High“ die extremere Seite aufzuzeigen indem durch bewusste Grenzüberschreitung außerhalb der Komfortzone des Bergsteigens Bewusstseinsbildung und –erweiterung am Beispiel Hermann von Barth dargestellt wird. Interessant wäre hier noch eine deutlichere Spiegelung zu neueren Entwicklungen gewesen. Gerade der Großglockner hätte hier noch mehr Möglichkeiten gegeben. Sei es durch Gegenüberstellen von Extremen wie Glocknerrunde vs. Glocknerkönig oder 3000er Sammeln am Klagenfurter Höhenweg vs. Mayerlrampe.

Die weiteren Themenblöcke Bergsteigen, Bergmenschen, Bergwissen und Bergkultur sind breiter gefasst und werden Lesestoff für die nächsten Wochenenden bieten bis die Skitourensaison langsam startet.

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